Diese Orte sollten Buchliebhaber im Herbst besuchen

Auf Goethes Spuren durch Weimar oder in historischen Buchhandlungen stöbern: Literaturreisen verbinden Bücher mit ihren Autoren. Diese europäischen Städte sind im Herbst besondere Reiseziele für alle, die Literatur und Kultur lieben.

Historische Bibliotheken und berühmte Schriftsteller: Städte wie Weimar, Edinburgh oder Porto bieten Buchliebhabern zahlreiche Möglichkeiten.
Historische Bibliotheken und berühmte Schriftsteller: Städte wie Weimar, Edinburgh oder Porto bieten Buchliebhabern zahlreiche Möglichkeiten. Foto: marako85/iStock via Getty Images

In alten Bibliotheken stöbern, auf den Spuren berühmter Schriftsteller durch verwinkelte Gassen laufen oder genau dort einen Roman lesen, wo dieser einst entstanden ist: Literaturreisen verbinden Bücher auf besondere Weise mit deren Autoren und den Lesern. Gerade im Herbst bieten sich dafür Städtereisen an. Diese Länder haben für Buchliebhaber besonders viel zu bieten.

Deutschland: Goethe und Schiller in Weimar

Kaum eine deutsche Stadt ist so eng mit der Literaturgeschichte verbunden wie Weimar. Johann Wolfgang von Goethe lebte laut der Klassik Stiftung Weimar ab 1782 fast 50 Jahre in einem Haus am Frauenplan. Heute können dort unter anderem sein Arbeitszimmer und seine Privatbibliothek besichtigt werden. Wer das Wohnhaus noch in diesem Jahr besuchen möchte, muss schnellentschlossen sein. Für den 1. November ist der Beginn umfassender Baumaßnahmen geplant.

Friedrich Schillers Wohnhaus liegt nur wenige Gehminuten entfernt. Der Dichter verbrachte hier seine letzten Lebensjahre und schrieb unter anderem an "Wilhelm Tell". Ein weiterer Höhepunkt ist die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Ihre Sammlungen sind eng mit der Weimarer Klassik verbunden; unter anderem bewahrt sie den größten noch erhaltenen Bücherkomplex aus Schillers Privatbibliothek auf. Seit 1998 gehört sie als Teil des Ensembles "Klassisches Weimar" zum UNESCO-Welterbe.

Schottland: Edinburgh als Literaturstadt

Edinburgh trägt einen für Buch-Fans ganz besonders interessanten Titel: 2004 wurde die schottische Hauptstadt zur weltweit ersten UNESCO City of Literature ernannt. Legendäre Schriftsteller wie Arthur Conan Doyle und Walter Scott sowie moderne Autoren wie Irvine Welsh oder Ian Rankin sind eng mit der Stadt verbunden. Auch J.K. Rowling hat große Teile der "Harry Potter"-Reihe in Cafés in Edinburgh geschrieben, vor allem im The Elephant House Café.

Außerdem befinden sich hier die National Library of Scotland, die Scottish Poetry Library und das Writers' Museum. Mehr als 50 Buchhandlungen zählt die UNESCO ebenfalls auf. Sie gelten als zentrale Orte der hier äußerst lebendigen Lesekultur. Literatur lässt sich damit schon bei einem einfachen Spaziergang durch die Stadt entdecken, vom Scott Monument bis zu kleinen Buchläden und literarischen Veranstaltungsorten.

Portugal: Bücherpracht in Porto

Portos wohl bekannteste Adresse für Buchliebhaber ist die Livraria Lello. Die Buchhandlung wurde 1906 eröffnet und verbindet neogotische Architektur mit Jugendstilelementen. Ihre Geschichte reicht zugleich tief in die portugiesische Literatur- und Verlagswelt: Zu ihrem Erbe gehören Verbindungen zu Schriftstellern wie Eça de Queirós und Camilo Castelo Branco.

Die Livraria Lello ist auch als "Harry Potter"-Buchhandlung bekannt. Lange wurde dem Laden nachgesagt, dass er der Autorin J. K. Rowling als Inspiration gedient haben soll. Rowling stellte jedoch später klar, die Buchhandlung nicht gekannt zu haben. Hogwarts sei deshalb nicht davon inspiriert.

Wer Porto im Herbst besucht, kann den Buchladen mit einem Streifzug durch die historische Innenstadt und die vielen Cafés verbinden. Für den Besuch der Livraria Lello, die schon lange kein Geheimtipp mehr ist, sollte allerdings vorab ein Ticket gebucht werden.

Frankreich: Auf den Spuren Victor Hugos durch Paris

Paris ist mit unzähligen Schriftstellern verbunden. Einen besonders konkreten Einblick bietet das Maison de Victor Hugo an der Place des Vosges. Das Museum befindet sich in dem Gebäude, in dem der Autor von "Les Misérables" und "Der Glöckner von Notre-Dame" zeitweise lebte. Aktuell ist dort zudem bis zum 22. November 2026 die Ausstellung "Hugo et l'architecture" zu sehen.

Danach bietet sich ein Spaziergang durch Saint-Germain-des-Prés an, das über Jahrzehnte mit Schriftstellern, Verlagen und der Pariser Caféhauskultur verbunden war.

Ob Klassiker in Weimar oder Hugo in Paris: Eine literarische Herbstreise macht Bücher auf eine neue Art erlebbar. Wer vor der Reise einen Roman des jeweiligen Autors verschlingt, kann Schauplätze und Entstehungsorte anschließend mit eigenen Augen entdecken.

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